Romantik
Die Romantik setzte der Ordnung des Klassizismus eine stärkere Betonung von Gefühl, Naturerfahrung, Innerlichkeit und Imagination entgegen. Das Erhabene, das Geheimnisvolle und das Geschichtliche gewannen neue Bedeutung. Die Kunst dieser Zeit richtete sich häufig auf seelische Stimmung und subjektive Erfahrung.
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Caspar David Friedrich – Wanderer über dem Nebelmeer
Zeitraum
Die Romantik erstreckte sich vom späten 18. Jahrhundert bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie entfaltete sich in verschiedenen Ländern unterschiedlich und trat in Malerei, Literatur und Musik mit jeweils eigenen Schwerpunkten auf. Trotz regionaler Unterschiede verband sie eine Hinwendung zu Gefühl, Natur und historischer Tiefe.
Wichtigste Meilensteine
Wichtige Merkmale waren die Aufwertung des Erhabenen, die Darstellung von Natur als seelischem Raum und das Interesse an Geschichte, Ruinen, Nacht und Ferne. Die Natur wurde nicht nur beobachtet, sondern als Träger innerer Erfahrung verstanden. Zugleich traten Fantasie, Sehnsucht und das Unheimliche stärker hervor.
Prägende Künstler
Caspar David Friedrich steht für die stille, geistig aufgeladene Landschaft der deutschen Romantik. William Turner entwickelte eine besonders atmosphärische und lichtbezogene Bildsprache. Eugène Delacroix vertrat eine leidenschaftlichere und bewegtere Ausprägung romantischer Kunst. Gemeinsam ist diesen Künstlern die Betonung subjektiver Wirkung und intensiver Bildstimmung.

Bekannte Schlüsselwerke
- Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer
Bekannt, weil das Werk zum Leitbild romantischer Naturbetrachtung und innerer Selbstvergewisserung geworden ist. - Géricault, Floß der Medusa
Bekannt, weil historische Katastrophe, Pathos und politische Brisanz in monumentaler Form verbunden werden. - Delacroix, Die Freiheit führt das Volk
Bekannt, weil das Werk weit über die Kunst hinaus zur Bildformel von Revolution und politischer Freiheit geworden ist.
Kennerperlen
- Turner, Regen, Dampf und Geschwindigkeit
Eine Kennerperle, weil hier Natur, Technik und malerische Auflösung auf höchstem Niveau zusammengeführt werden. - Runge, Der Morgen
Eine Kennerperle, weil Natur, Symbolik und romantische Idee in ungewöhnlicher Verdichtung auftreten. - Friedrich, Abtei im Eichwald
Eine Kennerperle, weil Vergänglichkeit, Stille und geistige Schwere ohne dramatische Überhöhung gestaltet werden.
Typische Materialien und Mittel
Ölmalerei blieb das Hauptmedium, weil Lichtstimmung, Atmosphäre und große Naturzusammenhänge differenziert auszuarbeiten waren. Aquarell und Zeichnung gewannen an Bedeutung, weil Reise, Naturstudium und spontane Erfassung von Wetter und Licht zugenommen hatten. Druckgrafik spielte ebenfalls eine wichtige Rolle, weil romantische Bildwelten breiter verbreitet werden konnten.
Wirkung auf die Zeit
Die Romantik reagierte auf Rationalisierung, Industrialisierung und politische Umbrüche mit einer stärkeren Hinwendung zu Natur, Innerlichkeit und geschichtlicher Vorstellungskraft. Sie stärkte Individualität, Sehnsucht und emotionale Deutungskraft. Kunst wurde damit zu einem Raum geistiger und seelischer Verdichtung.
Zusammenfassung
| Wesentliche Merkmale | Materialien und Mittel | Bekannte Künstler | Bekannte Kunstwerke |
| Gefühl, Sehnsucht und Innerlichkeit | Öl auf Leinwand | Caspar David Friedrich | Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer und Das Eismeer |
| Natur als Spiegel der Seele | Zeichnung | Joseph Mallord William Turner | William Turner: Der kämpfende Temeraire und Schneesturm: Hannibal überquert die Alpen |
| Einsamkeit, Nebel, Ruinen, Nacht und Unendlichkeit | Aquarell | Eugène Delacroix | Eugène Delacroix: Die Freiheit führt das Volk |
| Interesse an Geheimnis, Traum und Vergangenheit | Sepia | Johann Heinrich Füssli | Johann Heinrich Füssli: Der Nachtmahr |
| Der Mensch erscheint oft klein gegenüber der Natur | Landschaftsmalerei | Francisco de Goya | Francisco de Goya: Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer |
| Landschaft wird zum Stimmungsträger | Stimmungsvolle Lichtführung | Philipp Otto Runge | Philipp Otto Runge: Die Hülsenbeckschen Kinder |
| Symbolische Motive |































