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Logo gestalten

Logo gestalten

Auf dieser Seite geht es darum wie man ein Logo gestalten kann. Von der Skizze über die Entwicklung und Gestaltung einer Wort-Bildmarke, wie das Firmenzeichen im Fachjargon heißt,erfährst du die wichtigsten Grundlagen.

Logos gestalten mit Schrift: Typografie und Lettering
Logos gestalten mit Schrift

Logos

Zum besseren Grundverständnis einige Begriffserklärungen vorweg:
Die Bezeichnung Logo trifft auf die meisten Fälle gar nicht zu, da ein Logo (Ursprung Logos) nur aus Geschriebenem besteht. Das, was allgemeinhin als „Logo“ bezeichnet wird, wird in Fachkreisen, je nach Aufbau, Wortmarke, Bildmarke oder auch Wortbildmarke genannt.

Wann welche Bezeichnung zutrifft, ist ganz leicht zu unterscheiden: Besteht ein Firmenzeichen lediglich aus Schrift, so nennt man es Wortmarke. Besteht es nur aus einem Bild, so nennt man es Bildmarke. Werden Text und Bild kombiniert (was die Regel ist), nennt man es Wort-Bild-Marke.

Die nachfolgenden Logos unterliegen dem Marken- oder Namensrecht; bei der Weiterverwendung müssen diese Schutzrechte beachtet werden. Die Logos werden auf dieser Seite ausschließlich als grafische Beispiele zur Erläuterung genutzt und dienen einzig einem redaktionellem Zweck.

 

Bildzeichen (bzw. Bildmarke)

Eine Bildmarke kann man sich sehr gut merken, es sei denn sie ist abstrakt gestaltet.

Beispiele für klassische Bildmarken, welche den Markennamen direkt darstellen sind Apple, die den angebissenen Apfel benutzen, oder Puma, die die springende Raubkatze haben.

Das Logo der Deutschen Bank als Beispiel ist ein abstraktes Logo. Es unterstreicht den seriösen Charakter des Geldinstitutes. Eine bildliche Darstellung beispielsweise als Haus oder in Form von Geld wäre auch denkbar gewesen, hätte aber nicht die gleiche Wirkung.

®Deutsche Bank Logo
®Deutsche Bank Logo

Buchstabenzeichen

Sie sind abstrakter und lassen sich weniger gut merken als Bilder.
Meistens stellen die Buchstaben Abkürzungen da und werden üblicherweise groß geschrieben.
Sie wirken stabil, klar und sind leicht zu lesen.

Z.B. IBM, RTL, IKEA, ALDI

 

Zahlenzeichen

Diese Variante ist sehr selten aus dem Grunde, weil man sie sich sehr schlecht merken kann.

Z.B. 4711 = echt kölnisch Wasser.
Der Markenname hat eine geschichtliche Entstehung: Französische Truppen gaben bei der Besetzung der Stadt Köln den Häusern Nummern, damit diese sich besser orientieren konnten. Der Name 4711 war die damals vergebene Hausnummer.

®4711 Logo modernisiert
®4711 Logo modernisiert

 

Kombiniertes Zeichen (Wortbildmarke)

Hier einige Möglichkeiten ein wie man ein Logo gestalten kann.

  • Lokprinzip
    Das Bild ist hier vor die Wortmarke gestellt.

    Wort-Bildmarke Lok Prinzip Beispiel
    Lok Prinzip Beispiel
  • Schubprinzip
    Hier ist das Bild hinter der Wortmarke.

    Wort-Bildmarke Schub Prinzip Beispiel
    Schub Prinzip Beispiel
  • Starprinzip
    Die Bildmarke befindet sich oberhalb der Wortmarke.

    Wort-Bildmarke Star Prinzip Beispiel
    Star Prinzip Beispiel
  • Ankerprinzip
    Hier ist die Bildmarke unter der Wortmarke.

    Wort-Bildmarke Anker Prinzip Beispiel
    Anker Prinzip Beispiel
  • Triebwagenprinzip
    Die Bildmarke befindet sich zwischen der Wortmarke (beide Wörter sollten möglichst gleich lang sein).

    Wort-Bildmarke Triebwagen Prinzip Beispiel
    Triebwagen Prinzip Beispiel
  • Inselprinzip
    Die Wortmarke und die Bildmarke sind in je einen eigenen Kasten gesetzt oder auf ähnliche Art optisch voneinander getrennt.

 

Sinneswahrnehmung

Sinnesorgane
u. Merkfähigkeit
im Kurzzeitgedächtnis
Wahrnehmungsform Aktivierung durch
Augen (78 %) visuell/ optisch Licht
Ohr (13%) auditiv/ akustisch Töne
Haut (3%) haptisch/ taktil Berührung
Nase (3%) olfaktorisch Düfte
Zunge (3%) lukullisch Nahrung

40% des Gesehenen und
20 % des Gehörten

bleibt wirklich im Gedächtnis hängen; daher ist eine Kombination mehrere Sinneseindrücke empfehlenswert.

  • Im TV = Sehen + Hören
  • Bei Printprodukten = Sehen + Fühlen (z.B. bei strukturiertem Papier)
  • Oder Sehen + Riechen (bei parfümierten Seiten)
  • Akustisches Logo > Ton zur Wort-Bildmarke (z.B. Ton von T-Online)

 

Abstrakte Logos/ Wort-Bildmarken

Wenn man ein abstraktes Logo gestalten möchte (bspw. Nike, Adidas, Deutsche Bank), sollte man beachten, dass sie sich schlechter merken lassen (das Gesehene ist nicht in direktem Bezug zum Produkt/ zur Firma zu bringen), daher muss man den Kunden öfter damit konfrontieren. Sie sind allerdings auch eigenständiger und haben daher dann einen höheren Wiedererkennungswert. Beispiel Brezel – damit assoziiert man einen Bäcker, daher ist diese Bildmarke leichter zu merken/ zu verstehen. Solche simplen/ eindeutigen Bildmarken eigenen sich speziell für kleinere Unternehmen, die es sich nicht leisten können große, längerfristige Werbung zu schalten.

Merke:
> Form follows function
> die Wort/ Bildmarke MUSS wirken

 

Gestaltungsgesetze

Auch die Logogestaltung folgt einigen grundsätzlichen Regeln. Dies musst du beachten, wenn du ein Logo gestalten möchtest.

 

Farbempfindung

Farben können sehr stark Aufmerksamkeit erregen. Hier die prozentuale Aufteilung der Farben, die (in der Werbung) am aufmerksamkeitsstärksten wirken:

1.    Orange > 21,4%  – dort guckt man am ehesten/ zuerst hin
2.    Rot > 18,6 %
3.    Blau > 17%
4.    Schwarz > 13%
5.    Grün > 12,6%
6.    Gelb > 12 %
7.    Violett > 5,5%
8.    Grau >0,7%     – wird zuletzt wahr genommen

Diese Ermittlung ist nur 1 Studie geschuldet und ist daher NICHT allgemein gültig. Eine 2. Prüfung kommt zu folgendem Ergebnis Wahrnehmbarkeit von Farben (an welche erinnert man sich am ehesten?):

1.    Gelb
2.    Orange
3.    Rot
4.    Grün

  • Die größte Fernwirkung erreicht man mit Schwarzem Druck auf gelben Grund
  • Die schlechteste Fernwirkung erwirkt man mit grün auf blauem Grund
  • Vielfarbigkeit verspricht eine hohe Aufmerksamkeit
  • Bei Reduktion auf 1 Farbe hat man eine höhere Merkfähigkeit
  • Zusätzliche Farben kosten beim Druck später mehr Geld (Sonderfarben)

 

Modifikation von Wort-Bildmarken

Es kommt öfters mal vor, dass Firmen ihre Wort-Bildmarken modernisieren oder sonstigen Anpassungen unterziehen. Hier sind einige Tipps, wie man am besten so etwas vollziehen kann, denn der Verbraucher reagiert zuweilen recht empfindlich auf zu große abrupte Veränderungen und erkennt womöglich die Marke nicht mehr wieder (zB. bei Übernahme/ Firmenzusammenschluss):

  • Schritt für Schritt kleinere Details ändern
  • Neue Namen mit einbringen (z.B. bei Wechsel des Firmeninhabers/ Übernahme) und für eine Weile das Logo sonst unverändert lassen (lediglich den Namen wechseln)
  • separate Bildmarke mit angeschlossener Wortmarke, z.B. im Lokprinzip anordnen
  • Bei Bildänderungen; welche Bilder sind besonders branchentypisch (z.B. eine Brezel für einen Bäcker) – gibt es ein Bild, welches zur Hausmarke gehört?
  • Farblich beim Corporate Design (Hausdesign/ Firmendesign) bleiben
  • Umsetzung beachten (beim Druck die Papierart beispielsweise)

Die Wort-Bild-Marke von 4711 ist im Laufe der Zeit verändert und schließlich modernisiert worden:

Die letzte Aktualisierung gab dem Logo einen ganz anderen Stil; das Logo ist nicht mehr geschwungen sondern erhält seine Eleganz nun durch klassische Geradlinigkeit und Schlichtheit. Die Farbgebung ist typisch für den Stil zum Zeitpunkt der Änderung.

 

Checkliste

Diese Checkliste kann zur Überprüfung der Tauglichkeit eines Logos/ Wort-Bildmarke verwendet werden:

  • kann man das Logo in 3D darstellen?
  • Ist es bei extremer Verkleinerung noch gut lesbar?
  • Bleiben alle Elemente bei extremer Vergrößerung im gleichen Verhältnis?
  • Ist eine gute Fernwirkung bei starker Vergrößerung gewährleistet? Auch bei geringer Entfernung gut erkennbar?
  • Ist es in schwarz/ weiß (Strich Druck) umsetzbar? (wichtig für Zeitungsanzeigen oder Faxe)
  • Ist es als positiv/ negativ umsetzbar? (erweiterte Möglichkeit bei Schwarz-Weiß Anzeigen)
  • Sind auch nur alle notwendigen Farben verwendet worden (wichtig für den Druck, jede Farbe extra kostet mehr Geld)?
  • Hat es gute Eycatcher/ Blickfang Qualitäten (erkennt man es auch bei flüchtiger Betrachtung)?
  • Passt die Schrift/ Typografie zur Branche?
  • Können die Farben auf das gesamte Corporate Design übertragen werden? (Als Hausfarbe für Fahrzeuge, Inneneinrichtung, Geschäftsausstattung etc.)
  • Genügend Unterscheidung zu Mitbewerbern?
  • Aussage über das Leistungsangebot gegeben?
  • Ist es auch ohne Leistungszusatz für die Werbung tauglich?
  • Ist es wettbewerbsrechtlich unanfechtbar (werden keine Rechte Dritter verletzt)?
  • Leichte Merkfähigkeit?
  • Auf allen Werbemitteln gut einsetzbar? (Auto, Plakat, Flyer, Fax, Visitenkarte etc.)
  • Kann man auch eine edlere Variante für die Geschäftsleitung daraus machen?
  • Ist es zeitgemäß aber nicht bloße modische Erscheinung?
  • Entspricht es dem gewollten Corporate Image?
  • Kann es problemlos gedruckt werden?
  • Leistungsaufzählung nach Schwerpunkten sortiert?
  • Spricht es die Zielgruppe an?
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