Kubismus
Mit dem Kubismus wurde die traditionelle Vorstellung vom Bildraum radikal verändert. Gegenstände wurden nicht mehr aus einem einzigen festen Blickwinkel erfasst, sondern in Flächen zerlegt und aus mehreren Ansichten zugleich gedacht. Damit begann eine tiefgreifende Neuordnung der Bildsprache.
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Juan Gris – Glas und Schachbrettmuster
Zeitraum
Der Kubismus konzentriert sich auf die Jahre von 1907 bis 1914 und hatte sein Zentrum in Paris. Seine Entwicklung vollzog sich in einer Phase intensiver künstlerischer Erneuerung vor dem Ersten Weltkrieg. Die Bewegung wirkte weit über ihre eigentliche Kernzeit hinaus fort.
Wichtigste Meilensteine
Als Schlüsselwerk gilt Picassos Gemälde Les Demoiselles d’Avignon aus dem Jahr 1907. In der Folge wurden Formen analysiert, zerlegt und neu zusammengesetzt. Perspektive, Raum und Körper wurden nicht länger nach herkömmlichen Regeln behandelt, sondern grundlegend neu organisiert.
Prägende Künstler
Pablo Picasso und Georges Braque waren die Hauptbegründer des Kubismus. Juan Gris führte die Bewegung in einer besonders klaren Form weiter. Auch Fernand Léger und Robert Delaunay standen in engem Zusammenhang mit kubistischen Entwicklungen, wenn auch mit jeweils eigener Ausprägung.

Bekannte Schlüsselwerke
- Picasso, Les Demoiselles d’Avignon
Bekannt, weil dieses Werk den Umbruch zur neuen Raum und Formauffassung entscheidend vorbereitet. - Picasso, Guernica
Bekannt, weil der kubistische Formvorrat hier mit politischer Anklage von weltgeschichtlicher Reichweite verbunden wird. - Braque, Violine und Leuchter
Bekannt, weil analytischer Kubismus an diesem Bild besonders klar erkennbar wird.
Kennerperlen
- Juan Gris, Frühstück
Eine Kennerperle, weil synthetischer Kubismus hier besonders ausgewogen und farblich präzise ausgearbeitet ist. - Picasso, Glas Absinth
Eine Kennerperle, weil Relief, Objekt und Bildgrenze neu verhandelt werden. - Picasso und Braque, papiers collés
Eine Kennerperle, weil mit eingeklebten Papierfragmenten ein völlig neuer Umgang mit Material und Bildwirklichkeit beginnt.
Typische Materialien und Mittel
Öl auf Leinwand blieb wichtig, wurde aber anders eingesetzt, nämlich stärker flächig, gebrochen und konstruktiv. Entscheidend neu war papier collé und später Collage, weil Zeitung, Tapete oder Papierstücke reale Materialien direkt in das Bild einführten. Damit wurde die Grenze zwischen Darstellung und Gegenstand bewusst verschoben. In der synthetischen Phase traten auch kräftigere Farben und vereinfachtere Formen stärker hervor.
Wirkung auf die Zeit
Der Kubismus wirkte revolutionär, weil er die Grundlagen der Darstellung selbst in Frage stellte. Die Kunst wurde nicht mehr als Abbild eines festen Blickpunkts verstanden, sondern als eigenständige Konstruktion. Damit wurde ein entscheidender Schritt in Richtung moderner Bildauffassung vollzogen.
Zusammenfassung
| Wesentliche Merkmale | Materialien und Mittel | Bekannte Künstler | Bekannte Kunstwerke |
| Gegenstände und Figuren werden in geometrische Formen zerlegt | Öl auf Leinwand | Pablo Picasso | Pablo Picasso: Guernica |
| Mehrere Blickwinkel erscheinen gleichzeitig im Bild | Zeichnung | Georges Braque | Georges Braque: Häuser in L’Estaque |
| Raum und Perspektive werden neu aufgebaut | Collage | Juan Gris | Juan Gris: Porträt von Picasso |
| Menschen, Instrumente, Flaschen, Zeitungen und Alltagsobjekte sind häufige Motive | Zeitungspapier | María Blanchard | María Blanchard: La comulgante |
| Früher Kubismus wirkt oft farblich zurückhaltend | Tapetenreste | Fernand Léger | Fernand Léger: Die Stadt |
| Später kommen Collagen, Schrift und Muster hinzu | Typografie | ||
| Vereinfachte Formen wie Würfel, Kegel, Zylinder und Flächen |
































