Zeichnen lernen

Der online Zeichenkurs für Anfänger und Wiedereinsteiger

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Gestalten
Gestalten

Gestaltungsgesetze – Grundlagen der Gestaltung

Hier einige der grundlegendsten Gestaltungsgesetze zur ästhetischen Bildgestaltung. Anhand dieser Regeln werden Bilder auch analysiert und beschrieben (Bildanalyse).

 

Figur-Grund-Differenzierung
(Figur-Grund-Beziehung)

Figur-Grund-Beziehung
Figur-Grund-Beziehung

Das abgebildete Bild soll sich vom Hintergrund/ der Umgebung abheben, sodass man überhaupt etwas erkennen kann. Die kleinere Fläche wird meistens als Figur gesehen, die größere als Bildgrund. Daher sollte dieser Aufbau eindeutig sein, damit er vom Betrachter verstanden wird.

 

Gesetz der Nähe

Gesetz der Nähe
Gesetz der Nähe

Zusammengehörigkeit; alles was zusammen gehört oder zu einer Gruppe zusammen geführt ist, ist zu erkennen.

 

Gesetz der Ähnlichkeit

Gesetzt der Ähnlichkeit
Gesetzt der Ähnlichkeit

Formen, die sich ähneln, werden auch als eine Einheit wahrgenommen (Zusammengehörigkeit) sie ähneln sich in Farbe, Form oder Größe

 

Gesetz der Geschlossenheit

Gesetz der Geschlossenheit
Gesetz der Geschlossenheit

Bei Formen oder Schrift denkt man sich den fehlenden Teil, sodass es wieder eine Einheit bildet.
Wir vervollständigen alle Figuren (z.B. wenn sie in den Anschnittgesetzt werden):
> dies muss allerdings erst von uns erlernt werden
> aus diesem Grunde kann man einzelne Buchstaben auch gegen Symbole oder Formen austauschen und das Wort wird dennoch verstanden.

 

Prägnanztendenz

Prägnanztendenz
Prägnanztendenz

Tendenz eine Hierarchie zu bilden, auch wenn diese eigentlich nicht zwingend gegeben ist:
> Es kann nicht jedes Objekt im Vordergrund stehen
> meist wird das Untere als Vordergrund definiert
> Bei Fotos stellt man beispielsweise den Vordergrund scharf und den Hintergrund unscharf.

 

Informationswert

Informationswert
Informationswert

Dieser ergibt sich aus der Vielzahl der Bildelemente und dem Grad der Komplexität. Dabei ist das Verhältnis von neuen, unerwarteten und bekannten Elementen entscheidend. Beides ist abhängig von unserer Erfahrung und unser individuelles Wissen. Je weniger Elemente ein Bild beinhaltet, desto schneller kann man es verstehen, je mehr Details ein Bild hat, desto schwieriger wird es, es zu erfassen und wirkt daher eher überladen. Zu viele als auch zu wenig Bildelemente oder Neues im Bild kann sich negativ auf den Betrachter auswirken.

Beispiel: Ein Labor wird von Laien als solches erkannt, wenn (für den Laien) typische Instrumente vorhanden sind und nicht nur unbekannte Elemente.

Kontraste

Kontraste
Kontraste

Kontraste formen die Konturen eines Bildes und bauen ein Bild auf, es ist also eines der wichtigsten Gestaltungselemente. Bei einer Kontrastverteilung von je einem Drittel hell, mittel und dunkel wird das Bild als abwechslungsreich und harmonisch empfunden.

Sind im Bild nur ein sehr heller bzw. dunkler Tonwert, kann das Bild ebenfalls als reizvoll empfunden werden.
Besteht ein Bild aber nur aus Mitteltönen wirkt es oft langweilig und kontrastarm. Ist ein Bild überwiegend nur aus einem Tonwert aufgebaut so ist es bei hellen Tönen ein High-Key und bei dunklen Tönen ein Low-Key Motiv.

 

Beleuchtung

Beleuchtung
Beleuchtung

Sie ist neben den Kontrasten ein ebenso wichtiges Gestaltungselement. (Fotografieren = zeichnen mit Licht) Licht ist zum Großteil für einen räumlichen Eindruck eines Bildes verantwortlich. Diffuses, weiches Licht lässt ein Objekt flächig wirken; gerichtetes, hartes Licht hebt die Objekte durch Schattenbildung plastisch hervor und vermittelt Räumlichkeit. Licht hat auch einen großen Anteil darauf wie die Stimmung des Bildes wirkt; letztendlich ist es auch für Farben verantwortlich.

 

Gegenlicht und Seitenlicht

Gegenlicht
Gegenlicht

Hat man die Sonne im Rücken und fotografiert, hat man recht flach ausgeleuchtete Bilder. Dies stört bei Farbbildern zwar weniger, für Schwarz-Weiß Bilder ist dies allerdings weniger vorteilhaft, da die Tonwertkontraste eher gering ausfallen.

Seitenlicht
Seitenlicht

Will man dies vermeiden, muss man die Position etwas verändern. Seitenlicht garantiert eine plastischere Ausleuchtung eines Motivs (bei bunt und unbunt Bildern zutreffend).

 

Perspektive

Verschiedene Perspektiven lassen ein Bild besonders interessant oder gewöhnlich wirken.

Augenperspektive/ Normalperspektive
(auch Zentralperspektive)

Augenperspektive
Augenperspektive

Objekte werden kleiner abgebildet, je weiter sie von uns entfernt liegen. Bei der Zentralperspektive kommt der räumliche Eindruck dadurch zu stande, dass das Objekt mit dem Betrachter auf einer Ebene liegt. Ein sich in der Ferne befindlicher Fluchtpunkt, auf den alle Linien zustreben, vermittelt uns Räumlichkeit und Tiefe. Objekte, die sich auf den Fluchtlinien Richtung Fluchtpunkt bewegen, erscheinen uns kleiner.

 

Froschperspektive

Froschperspektive
Froschperspektive

Es ist für uns eine ungewöhnliche Perspektive und erregt daher Aufmerksamkeit.
Man sollte allerdings eine bestimmte Grenze nicht überschreiten, da eine allzu abstrakte Darstellung beim Betrachter auf Ablehnung treffen kann. Aufgrund des tiefen Betrachterblickwinkels verschiebt sich der Horizont und Fluchtpunkt Richtung Augenhöhe. Objekte, die in Froschperspektive dargestellt werden, werden optisch erhoben, überragend und können gar erdrückend wirken (von oben herab).

 

Vogelperspektive

Vogelperspektive
Vogelperspektive

Dies ist ebenso eine für uns ungewöhnliche Perspektive. Der Fluchtpunkt wird durch den erhöhten Betrachterblickwinkel an den unteren Bildrand gedrückt. Dadurch entsteht ein Eindruck von Bodenlosigkeit und fallende Tiefe (wie bei Schluchten). Objekte wirken kleiner, unbedeutender (der Betrachter wird in die Höhe erhoben).

 

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt
Goldener Schnitt

Die gegenteilige Aufteilung von Symmetrie ist die Asymmetrie. Diese wirkt lebendiger, harmonisch und beinahe wie zufällig angeordnet. Eine der meist genutzten ausgewogenen Asymmetrien in der Bildaufteilung  ist der Goldene Schnitt. Das wichtigste Element eines Bildes liegt dabei je um ein Drittel der Gesamthöhe und –breite des Bildes links bzw. rechts vom Bildrand entfernt.

 

Totale Schärfe

Totale Schärfe
Totale Schärfe

Totale – sich über das gesamte Bild gleichmäßig erstreckende – Schärfe hat einen entschiedenen Einfluss auf die Bildwirkung. Die Schärfe ist sowohl informativ als auch unbestechlich, kann aber auch kalt und steril wirken. Je nach gewünschter Bildaussage kann man sie einsetzen. Kommt es auf den Informationsgehalt eines Bildes an (z.B. Beschreibungen technischer Geräte), ist totale Schärfe unerlässlich. Allerdings kann man mit totaler Schärfe auch eine eiskalte Winterlandschaft noch zusätzlich untermalen.

Winterlandschaft
Winterlandschaft in totaler Schärfe

 

Winterlandschaft unscharf Beispiel
Winterlandschaft – das Bild im Vergleich mit Unschärfe

 

Selektive Schärfe

Selektive Schärfe
Selektive Schärfe

Das menschliche Auge erfasst an sich nur einen Blickwinkel von etwa 1,5 Grad gestochen scharf.
Allerdings bewegt sich unser Auge ständig und tastet unsere Umgebung ab, daher nehmen wir ein weiteres Sichtfeld als scharf wahr. Wir können also nicht unsere gesamte Umwelt mit einem Blick komplett in aller Schärfe sehen, daher ist ein entsprechend gestaltetes Bild mit selektiver Schärfe (das Bild ist nur an einer ausgewählten Stelle/ Ebene scharf) besonders reizvoll zu betrachten. Dadurch, dass man sich sozusagen das wichtigste Element seines Bildes scharf stellt, stellt man es optisch hervor und betont es zugleich; es wird plastisch hervorgehoben.

 

Bewegungsunschärfe

Bewegungsunschärfe
Bewegungsunschärfe

Fotos oder andere Standbilder haben im Gegensatz zum Bewegtbild keine direkte Möglichkeit Bewegung zu verdeutlichen. Allerdings kann man mittels Bewegungsunschärfe eine Illusion von Bewegung hervor zaubern. In der Fotografie erreicht man dies entweder durch lange Verschlusszeiten, sodass ein unscharfes Verwischen entsteht, oder man zieht die Kamera in die Bewegungsrichtung mit um ein scharfes Objekt vor verwischtem Hintergrund zu erhalten. In der Malerei kann man die Farbe entgegen gesetzt zur Bewegungsrichtung entlang laufen lassen um einen ähnlichen Effekt wie bei einem Foto zu erlangen.

Bewegungsunschärfe Beispiel
Bei diesem Bild kann man die Bewegungsunschärfe besonders gut bei den Radfahrern auf der linken Seite erkennen.

Beim Zeichnen kann man dies mit Aktionslinien andeuten.

Bewegungsunschärfe Beispielzeichnung
Bewegungsunschärfe Beispielzeichnung

 

Querformat

Querformat
Querformat

Setzt man für ein Motiv das richtige Bildformat ein, kann die Stimmung erheblich beeinflusst werden. Waagerechte Motive/ Bildelemente (Horizont)werden durch ein extremes Querformat noch in ihrer Wirkung unterstützt. Je größer der Unterschied zwischen Bildhöhe und Bildbreite, desto mehr Aufmerksamkeit erregt das Bild. Linien und Formen im Bild, die entgegengesetzt laufen (im diesem Fall vertikale Linien) schwächen die Wirkung allerdings wieder ab. Ein in die Länge gezogenes Bildformat strahlt Ruhe und Weite aus.

Querformat Beispiel
Dieses Bild ist im „normalen“ Querformat angelegt. (Originales Bildformat)

 

Extremes Querformat Beispiel
Hier ein Beispiel eines extremen Querformates.

 

 

Quadratisches Format

Quadratisch
Quadratisch

Eines der variabelsten Bildformate ist neben dem Rechteck, das Quadrat. Aus ihm kann man nachträglich leicht ein hoch- oder querformatiges Bild machen. Das quadratische Bildformat ist mit seinen gleichlangen Seiten spannungslos und statisch. Allerdings kann ein gut gestalteter Bildinhalt Dynamik und Spannung erzeugen. Bildinhalt und Bildformat stehen in unmittelbarer Wechselwirkung zueinander.

Quadratisches Format Beispiel
Hier das Beispielbild im quadratischen Bildformat.

 

Hochformat

Hochformat
Hochformat

Das Rechteck ist als Bildformat recht häufig vertreten. Dabei sollte das Motiv entscheiden ob es ein Hochformat oder doch ein Querformat werden soll. Das Hochformat wirkt, im Gegensatz zum Querformat, kraftvoll und aktiv. Auch hier können extremere Seitenverhältnisse die entsprechenden Formateigenschaften im Bild noch unterstreichen.

Hochformat Beispiel
Hier nochmal das Beispielbild im Hochformat.
Extremes Hochformat Beispiel
Und hier nochmal im extremen Hochformat.

 

Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund

Vorder-, Mittel- und Hintergrund
Vorder-, Mittel- und Hintergrund

Für eine bessere räumliche Darstellung sollte man sein Bild deutlich in Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund trennen. Ein typischer Aufbau wäre eine silhouettenhafte Andeutung des Vordergrunds; welcher einer Figur im Mittelgrund Freiraum lässt und den Handlungsort (Hintergrund) erkennen lässt.

 

Texturgradient

Textur Gradient
Textur Gradient

Durch wachsende Entfernung werden die Zwischenräume zwischen gleich voneinander entfernten senkrechten oder waagerechten Objekten immer kleiner, dies ist der Texturgradient (Beispiel Strommasten entlang einer Landstraße). Wir gehen davon aus, dass gleichwertige Objekte auch gleich groß sind und können durch das kleiner werden dieser Objekte Räumlichkeit wahrnehmen.

 

Silhouette

Silhouette
Silhouette

Aufgrund einer bestimmten Beleuchtung (Gegenlicht und schwache Beleuchtung) kann eine Silhouettenwirkung auftreten und sich die Konturen der Objekte von der restlichen hellen Umgebung deutlich absetzen. Dieser starke Kontrast und die geringen Tonwertabstufungen können aber auch Schuld an einer geringen Detailwahrnehmung eines Objektes sein. Das hohe Kontrastgefälle sorgt allerdings auch für einen guten Raumeindruck und kann die Figur-Grund-Beziehung fördern.

 

Luftperspektive

Luftperspektive
Luftperspektive

Auch die Luftperspektive ist ein Merkmal von Weite und Räumlichkeit. Bei Landschaften verringert bei zunehmender Entfernung der Kontrast der gestaffelten Objekte aufgrund einer zunehmenden Verblauung, welche durch dichter werdenden atmosphärischen Dunst zustande kommt. Je weiter ein Objekt ist, desto mehr geht es in dem Blau des Himmels unter.

 

Flächigkeit

Flächigkeit
Flächigkeit

Wenn sich in einem Bild keine Räumlichkeit wiederfindet, benötigt es andere Elemente um interessant zu wirken. Eine Fläche, als zweidimensionales Gebilde, wäre solch ein Element. Außer dem Hell-Dunkel-Kontrast und unterschiedlichen Farbtönen kann man auch lineare Strukturen oder geometrische Formen einsetzen.

 

Linienführung

Linienfuehrung
Linienfuehrung

Auch die Linienführung innerhalb eines Bildes ist ein wichtiges Gestaltungselement.
Die Aussage eines Bildes wird durch den jeweiligen Linienverlauf variiert. Linien können verbinden oder trennen. Eine gerade Linie wirkt eher statisch und starr, eine geknickte oder gebogene Linie dagegen beschwingt und dynamisch. Wenn Linien sich treffen können rechte Winkel, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke oder Vielecke entstehen. Diese Linien müssen nicht immer sichtbar im Bild sein, gedachte Linien verleihen einem Bild viel mehr Reiz.

 

Rechter Winkel

Rechter Winkel
Rechter Winkel

Wenn sich eine horizontale und vertikale Linie treffen, entsteht ein Rechter Winkel. Die horizontale Linie wirkt in der Regel statisch und ruhig, wohingegen die vertikale Linie Dynamik und Erregung ausstrahlt. Die Wirkung der beiden ist also gegensätzlich. Im rechten Winkel sind also beide Wirkungen enthalten; er beinhaltet also eine halb statische und halb dynamische Bedeutung.

 

Horizontale

Horizontale
Horizontale

Die Horizontale wirkt auf den Betrachter statisch und passiv, allerdings kann sie auch Ruhe ausstrahlen oder gar langweilig wirken. Meistens ist es die Horizontlinie, die als Horizontale in einem Bild vorkommt (daher auch der Name). Das Bild wird in eine dunklere untere und hellere obere Hälfte geschnitten, läuft die Horizontlinie genau in der Mitte des Bildes. Solch eine Symmetrie wirkt konstruiert und langweilig. Es empfiehlt sich eine Asymmetrische Aufteilung im Verhältnis 1:3 oder 1:6 oder umgekehrt.

 

Vertikale

Vertikale
Vertikale

Sie strahlt Standhaftigkeit und Vitalität aus und wird als aufstrebende Kraft empfunden. Allerdings sollte man mehrere Vertikalen in einem Bild nicht direkt aufeinander, sondern besser nebeneinander platzieren (Negativbeispiel eine Person, der ein Telegrafenmast aus dem Kopf „wächst“).

Diagonale

Diagonale
Diagonale

Sie strahlt Bewegung und Fort streben aus. Bei den meisten Menschen des westlichen Kulturkreises wird die Diagonale von links unten nach rechts oben aufgrund der gewohnten Lese- und Schreibrichtung als positiv empfunden. Die Gegendiagonale wird dagegen eher als negativ empfunden.

 

Gegendiagonale

Gegendiagonale
Gegendiagonale

Die meisten Menschen des westlichen Kulturkreises empfinden die Gegendiagonale als fallende Bewegung und als Abstieg.

 

Kreis

Kreis
Kreis

Er ist eine in sich geschlossene Urform. Vom Mittelpunkt her, hat er in alle Richtungen eine gleichmäßige Ausdehnung. Seine Wirkung ist umhüllend und schützend (Vollkommenheit). Als Oval verliert er seine zentrale Strenge und Ausgewogenheit. Beim Oval überwiegt entweder die vertikale oder die horizontale Ausrichtung und kann daher sowohl passiv und statisch als auch aufstrebend und aktiv wirken.

 

Bogen

Bogen
Bogen

Diese symmetrische Figur hat einen verbindenden Charakter wie beispielsweise bei einer Brücke.

 

Symmetrie

Symmetrie
Symmetrie

Symmetrie entsteht, wenn sich gleiche Bildelemente wiederholen, sei es durch  Reihung, Rotation oder gespiegelter Anordnung. Symmetrie strahlt Strenge, Klarheit und Ruhe aus und ist leicht zu erfassen. Allerdings kann sie auch gelegentlich langweilig wirken.

 

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